Supervision der Therapiegespräche

Zwischen dem ersten und dritten Workshop sollen alle Teilnehmer ihre Supervisionsbänder einreichen. Der Supervisionsprozess soll zum dritten und letzten Workshop abgeschlossen werden. Sollten einzelne Teilnehmer noch einzelne Themen ausstehen haben, besteht die Möglichkeit, im Rollenspiel im Rahmen des letzten Workshops die erworbenen Kenntnisse supervidieren zu lassen. Am Ende des 3. Workshops werden für die Kandidaten mit abgeschlossener Ausbildung die Counselor-Zertifikate ausgehändigt. Gleichzeitig wird innerhalb von einer Woche nach dem Abschluss das Supervisionshonorar für alle Ausbildungskandidaten fällig inkl. derer, die noch nicht alle Bänder eingereicht haben. Im Anschluss besteht noch für 3 Monate Gelegenheit, die offenen Bänder nachzureichen. Danach erlischt die Verpflichtung der Ausbilder, offene Bänder zu supervidieren. Eine Rückerstattung der nicht in Anspruch genommenen Supervision erfolgt nicht.

Ausnahmen davon erfordern frühzeitig gesonderte Absprachen.

Zur Supervision der Audio-Tapes ist festzuhalten, dass die Gespräche in digitaler Form aufgenommen werden sollen. Empfohlen werden z.B. digitale Aufnahmegeräte der Firma Olympus Typ DS 30, das unter 150,– a/Stück zu kaufen ist. Aufnahmegeräte sollten vom Veranstalter für die Teilnehmer zur Verfügung gestellt bzw. angeschafft werden und zum ersten Workshop in ausreichender Zahl verfügbar sein.

Auch muss geklärt sein, wer die aufgenommenen Bänder digitalisiert abspeichert und weiter verschickt. Datenschutzrechtliche Fragen hat der Auszubildende frühzeitig mit seinem Patienten abzuklären. Die digitale Aufnahme soll unverzüglich nach dem Gespräch an:

Frau Dr. Stephanie Kunz
Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie Bethel
Remterweg 69/71 in 33617 Bielefeld
Tel.: (05 21) 7 72 - 7 85 74
E-Mail: Stephanie.Kunz@evkb.de

weitergeleitet werden. Die Versendung soll vorher unter der E-Mail-Anschrift angekündigt werden, damit eine zügige Bearbeitung vorbereitet werde kann. Die Versendung der Datei soll i.d. R. auf einer CD erfolgen, ggf. auf einem Stick. Eine Versendung per Mail ist aus datenschutzrechtlichen Gründen bedenklich und sollte vermieden werden.

Jedem Ausbildungskandidaten soll ab dem ersten Tape ein fester Supervisor inkl. Telefonnummer und E-Mail-Anschrift mitgeteilt werden. Er verpflichtet sich, innerhalb von 1 Woche nach Erhalt des Bandes eine Rückmeldung zu geben. Die Rückmeldung besteht aus 2 Teilen, zunächst dem formalen Rückmeldebogen, der schriftlich rückgemeldet wird, und einer telefonischen Rückmeldung, in der die Beurteilung des schriftlichen Bogens differenziert wird und Fragen beantwortet werden können. Der schriftliche Bogen lässt erkennen, welche Ausbildungsanteile noch nicht bearbeitet worden sind.

Die folgenden CRA Instrumente sind als zu supervidierende Gesprächsinhalte verpfichtend:

  • Zufriedenheitsskala
  • Zielplanung
  • Konsumanalyse bzw. Rückfallanalyse
  • Analyse abstinenzorientierten Verhaltens
  • Paargespräch mit Disulfiram- bzw. Naltrexoncoaching
  • Abstinenzkonto
  • Skills Training mit kleinen Rollenspielen
  • Hausaufgaben

Die Reihenfolge ist nicht festgelegt. Es empfiehlt sich in der Regel, mit der Zufriedenheitsskala oder der Konsumanalyse zu beginnen. Im ersten Gespräch sollte auch eine Verabredung erfolgen über die zu vereinbarende Konsumkontrolle i.S. des Abstinenzkontos. Die Zufriedenheitsskala wird im zweiten Schritt in die Zielplanung überführt. Die Gespräche sollten dabei nicht überfrachtet werden. Gespräche, die länger als 60 Min. dauern, führen leicht zu Erschöpfung und Überforderung. Umgekehrt können auch Gespräche von 20 bis 30 Min. ausreichend effektiv sein und dann ggf. in höherer Frequenz geführt werden, z.B. im stationären Setting. Sehr wichtig ist es, gerade im Kontext der Zielplanung, aber auch bei der Besprechung von alternativem Verhalten bei Konsum- und Rückfallanalysen, häufig und niederschwellig kleine Rollenspiele einzuüben. Jedes Gespräch sollte mit einer Hausaufgabe enden, die zu Beginn des nächsten Gespräches aufgegriffen wird. Begleitung Abhängiger auf dem Weg in ein selbstbestimmtes Leben.

Sollte keine Gelegenheit zu Paargesprächen sein, können auch gemeinsame Gespräche mit anderen bedeutsamen Unterstützern aus dem sozialen Umfeld geführt werden, entweder mit anderen Familienmitgliedern, aber auch mit Freunden oder wichtigen Unterstützern aus dem beruflichen Umfeld. Sollte sich eine medikamentöse Unterstützung der Behandlung z.B. durch Naltrexon oder Disulfiram als nicht indiziert erweisen, sollte eine Einweisung ins Coaching der Medikamentenvergabe im Rollenspiel i.R. der Ausbildung erfolgen.

Die vermittelten Skillstrainings, insbesondere das Ablehnungstraining, das Kommunikationstraining und das Problemlösetraining müssen bekannt sein und sollten je nach Bedarf in das Gespräch eingeführt werden.