Vortrag: Belohnungsabhängiges Lernen

09.45 Uhr | Anne Beck (Berlin/Charité)


»Belohnungsabhängiges Lernen als Funktionsprinzip neurobiologischer Entscheidungsprozesse«

Bei der Erforschung der Mechanismen süchtigen Verhaltens konnten in den letzten Jahrzehnten wichtige Fortschritte verzeichnet werden. Dabei konnte die Entstehung sowie Aufrechterhaltung von abhängigem Verhalten mit dysfunktionaler Belohnungsverarbeitung sowie maladaptivem Lernen in Zusammenhang gebracht werden.

Im Mittelpunkt vieler Erklärungsmodelle steht dabei eine erhöhte Bedeutungszuschreibung auf suchtbezogene Reize sowie ein komplexer Konditionierungsprozess, durch den suchtbezogene Stimuli - auch ohne Zugegensein der Droge an sich - operante Drogensuche sowie tatsächlichen Konsum hervorrufen können.

Gleichzeitig scheint das Ansprechen auf nicht-drogenassoziierte Verstärker vermindert zu sein. Diese Veränderungen in der Belohnungsverarbeitung und im belohnungsassoziierten Lernen könnten Aufschluss darüber geben, warum abhängige Menschen den Drogenkonsum häufig trotz gravierender negativer Konsequenzen fortsetzen. Aktuelle Studien verweisen hier auf eine Beeinträchtigung in der flexiblen Verhaltensanpassung sowie eine reduzierte Fähigkeit zum Belohnungsaufschub.

Dipl.-Psych. Anne Beck
Department of Psychiatry and Psychotherapy
Charite - Universitätsmedizin Berlin

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