Vortrag: Das Prinzip Belohnung

11.45 Uhr | Andreas Heinz (Berlin/Charité)


»Das Prinzip Belohnung zwischen Sinnstiftung und Dressur:
Zur ethischen Reflektion operanter Konditionierung«

Theorien über Suchterkrankungen verweisen auf die überragende Rolle von Lernmechanismen, wodurch beispielsweise die Alkohol- und Drogenwirkung auf Grund der starken Aktivierung des hirneigenen Belohnungssystems die weitere Drogeneinnahme verstärkt. Sinnvolles menschliches Verhalten und speziell Lernvorgänge werden entscheidend durch solche motivationalen Mechanismen geprägt.

Aber ist deren therapeutische Beeinflussung im Sinne der Patienten? Ein Beispiel aus der Schizophreniebehandlung im Zuge des Behaviorismus zeigt, wie Zigaretten und andere Verstärker eingesetzt wurden, um sozial erwünschtes Verhalten zu fördern.

Wer also entscheidet, welche Verhaltensweisen verstärkt und welche gelöscht werden sollen und an welchen gesellschaftlichen Leitbildern orientieren sich solche Entscheidungen? Diese Fragen werden an Hand verschiedener Beispiele aus der Sucht- und Psychosenbehandlung diskutiert.

Prof. Dr. med. Andreas Heinz
Direktor, Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie
Charité - Universitätsmedizin Berlin

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