Vortrag: Der Community Reinforcement Approach

09.00 Uhr | Martin Reker (Bielefeld)


»Der Community Reinforcement Approach:
Belohnung als Leitprinzip der Suchtkrankenbehandlung«

Der »Community Reinforcement Approach« ist ein verhaltenstherapeutisches Behandlungskonzept, das zunächst von Azrin und Hunt, später von Robert Meyers und seiner Frau Jane Ellen Smith konzipiert und manualisiert worden ist. Die Grundidee des CRA ist, dass Menschen mit Suchtproblemen ihren Substanzkonsum nur verändern, wenn es sich für sie lohnt. Suchttherapeuten müssten also vorrangig mit Belohnungen, sinnstiftenden Zielen arbeiten.

Was würde sich verändern, wenn man Belohnung zum Leitprinzip der Suchtbehandlung machen würde? Der Einführungsvortrag beschäftigt sich mit der Frage, was denn bisher eigentlich das Leitprinzip der Suchtbehandlung war (wenn es denn nicht sowieso die Belohnung ist). Wie müssen Belohnungen aussehen, damit sie Menschen mit Suchtproblemen veranlassen können, ihren Konsum zu verändern? Welche Möglichkeiten hat der Betroffene, sich solche Belohnungen zu verschaffen und welche Rolle spielen Therapeuten, Sozialarbeiter und Betreuer dabei?

Letztlich wird sich zeigen, dass die Einführung des Prinzips Belohnung in die Suchtkrankenbehandlung das Verhältnis zum Patienten und die berufliche Rolle des Helfers kritisch reflektiert werden müssen. Verwirklichungschancen, die sich aus einem solchen »Belohnungssystem« ergeben, sind nur in umfassenden sozialen Zusammenhängen zu verwirklichen.

So erklärt sich dann auch, warum der »Erste Kongress für gemeindeorientierte Suchttherapie« als wichtigstes Thema »Das Prinzip Belohnung« an den Anfang stellt.

Dr. Martin Reker
Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie Bethel

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