Workshop I | Johannes Heuer (Bielefeld)


»Disulfiram-Medikation – zwischen Selbstverantwortung und Außenkontrolle«

Die Behandlung mit dem Alkoholaversivum Disulfiram ist ein wichtiger Baustein des CRA-Konzeptes. Es unterstützt Menschen mit Alkoholproblemen darin, längerfristig abstinent zu bleiben.

Disulfiram wirkt über eine Blockade der Azetaldehyddehydrogenase, so dass der weitere Abbau des Alkohols gestört wird und es zu einer Akkumulation von Azetaldehyd im Körper kommt. Dies führt nach Alkoholkonsum zu unangenehmen Symptomen wie Hautrötung (flush), Kopfschmerz, Übelkeit, Erbrechen, Durchfall, einem Abfall des Blutdrucks und u. U. auch zu Synkopen. In sehr seltenen Fällen kann die Alkohol-Disulfiram-Reaktion (ADR) auch zum Tode führen. Diese Symptome erklären sich aus der Toxizität von Azetaldehyd. Doch wenn sich ein Patient auf diesen Behandlungsansatz einlässt, ist dies in Bezug auf die Rückfallhäufigkeit hoch effizient.

Im Workshop sollen die Wirkmechanismen dieses Behandlungsansatzes näher betrachtet werden. Was wirkt bei der Einnahme des Medikamentes? Sind es eher die pharmakologischen oder eher psychologischen Effekte? Welche Rolle spielt hierbei das soziale Umfeld? Was ist bei der Behandlung zu beachten, was ist wichtig um ein gutes und auch sicheres Setting zu etablieren? Diese und weitere mögliche Aspekte möchte ich - unter Einbeziehung von Fallbeispielen - mit Ihnen diskutieren.

Johannes Heuer
Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie
Psychiatrische Institutsambulanz Bethel

Gadderbaumerstraße 33
33602 Bielefeld

Tel.: 05 21 - 772-785 40
E-Mail an Johannes Heuer