Vortrag: 11.45 Uhr | Martin Reker (Bielefeld)


»Warum der Krankheitsbegriff im Community Reinforcement Approach entbehrlich ist: Zur tatkräftigen Ermutigung von Menschen, die die Kontrolle über sich selbst verloren haben«

Am Ende des diesjährigen Kongresses soll versucht werden, die verschiedenen Aspekte des aktuellen Verständnisses von Sucht als einer Krankheit miteinander zu verbinden. In der Verhaltenstherapie, speziell im Community Reinforcement Approach, wird Sucht zunächst einmal als ein Verhalten verstanden, dass das Subjekt beeinflussen kann. Abhängig vom Stand der Entwicklung muss die betroffene Person unterschiedlich viel Energie aufbringen, um tatsächlich Kontrolle über das zur Sucht gewordene Verhalten auszuüben. Das wiederum hat nur eine Chance, wenn diese Person auch bereit ist, Verantwortung für sein Verhalten zu übernehmen. Der defizitorientierte Krankheitsbegriff ist dafür wenig hilfreich.

Der Vortrag wirbt dafür, sich vom traditionellen Krankheitsbegriff nicht daran hindern zu lassen, den Süchtigen als für sich verantwortliches Subjekt anzusprechen. So soll ihm/ihr die Kraft, der Mut und der Optimismus zugesprochen werden, der notwendig ist, um zu einer autonomen, selbstbestimmten und sinnstiftenden Lebensweise zurückzufinden.

Dr. med. Martin Reker
Leitender Arzt - Abt. f. Abhängigkleitserkrankungen
Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie Bethel

Remterweg 69/71
33617 Bielefeld

Tel.: 05 21 – 772-786 51
E-Mail an Martin Reker