Vortrag: 09.45 Uhr | Rüdiger Holzbach & Annette Fornalczyk


»Zur Akzeptanz des Suchtbegriffes bei psychosomatischen Patienten mit langjähriger Benzodiazepinverschreibung«

Grundvoraussetzung für eine erfolgreiche Behandlung psychischer Erkrankungen ist ein gemeinsames Krankheitskonzept von Behandler und Patienten. Dies ist in der Regel nicht gegeben, wenn psychosomatische Patienten und das Suchthilfesystem aufeinandertreffen.

Ein Großteil dieser Patientengruppe tut sich bereits schwer mit einer psychischen Verursachung ihrer somatischen Beschwerden und empfinden eine psychische Ursache ihrer Erkrankung fast als Beleidigung. Sucht wird als eine selbstverschuldete Erkrankung angesehen. Häufig hört man dann: „Ich bin vielleicht abhängig, aber nicht süchtig ,,,, ich habe die Tabletten doch nicht zum Spaß genommen, sondern weil ich sie verschrieben bekommen habe“. Deshalb ist es vor allem bei Patienten mit einer sogenannten Niedrigdosis-Abhängigkeit wesentlich günstiger, diese Begrifflichkeiten zu vermeiden. Um eine Motivation zur Abdosierung zu erzeugen, ist das Konzept der Nebenwirkungen im Verlauf (5-Phasen-Modell) wesentlich günstiger.

Annette Fornalczyk

Rüdiger Holzbach
Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie
Chefarzt der Klinik für Psychiatrie am Klinikum Hochsauerland
St. Johannes Hospital in Arnsberg.

Springufer 7
59755 Arnsberg

Tel.: 0 29 32 - 980-243 701
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