Arbeitsfeld Gesundheit

Das Symposium Gesundheit besteht aus 2 Workshops:
1. Thema: »Hepatitis C bei Opiatabhängigen«
2. Thema: »Insulinpflichtiger Diabetes mellitus« [zum Abstract]

Thema 1: Hepatitis C bei Opiatabhängigen
Diagnostizieren – motivieren – therapieren

Hepatitis C ist eine langsam verlaufende potentiell tödliche Erkrankung mit hohen Durchseuchungsraten bei opiatabhängigen Menschen. Die komplexe Therapie dieser Patientengruppe mit hohem Anteil an psychiatrischen Komorbiditäten stellt das Hilfesystem sowohl der medizinischen als auch der psychosozialen Anbieter vor spezielle Herausforderungen. Eine enge Vernetzung ist unabdingbar für erfolgreiche Interventionen im Spannungsfeld zwischen der medizinischen Notwendigkeit der Therapie und des suchttherapeutischen Zieles der weitgehenden Stabilisierung der Patienten, um die erforderliche Adhärenz der Betroffenen zu erreichen.

Die oft vorhandene Skepsis und die Angst der betroffenen Patienten vor Nebenwirkungen stellen hohe Anforderungen an die Motivationsarbeit der involvierten Institutionen.

In dem Beitrag werden die Grundlagen der Diagnostik und Therapie der Hepatitis C dargestellt, die notwendigen Anforderungen an die »Stabilität« der Patienten für diese Behandlung werden diskutiert. Die Frage der Förderung der Motivation der Patienten, sich dieser Therapie zu unterziehen aber auch die Frage der Motivation der medizinischen Institutionen, sich dieser Patientengruppe anzunehmen, wird thematisiert. Anhand von Fallbeispielen werden diese Fragen verdeutlicht.

Thema 2: Insulinpflichtiger Diabetes mellitus
Substanzkonsum und insulinpflichtiger Diabetes mellitus

Erkrankungen der Bauchspeicheldrüse stellen bei Menschen mit Alkoholproblemen eine wiederkehrende Folgeerkrankung dar. Zudem sind sowohl die Zuckererkrankung als auch die Abhängigkeitserkrankung so häufig, dass schon statistisch »Doppeldiagnosen« häufig sind. Die Verbindung von Substanzkonsum und insulinpflichtigem Diabetes wird dadurch kompliziert, dass die Insulintherapie des Diabetikers ein hohes Maß an Disziplin und Selbstkontrolle voraussetzt, während die Substanzabhängigkeit geradezu die »Krankheit der Disziplinlosigkeit« ist.

Insofern haben sich die Vortragenden die Frage gestellt, in welcher Weise das CRA Konzept taugt, Suchtkranke mit Diabetes mellitus zu motivieren, Ihren Substanzkonsum der Gesundheit zu Liebe besser unter Kontrolle zu bringen. Oliver Dollase und Gerd Hövelmann sind als Ärzte in der Suchtmedizin selbst insulinpflichtige Diabetiker und führen in diese besondere Problemlage ein. Dabei zeigt sich, dass es mindestens so viele Schwierigkeiten wie Lösungsansätze gibt.

Das Auditorium ist eingeladen, sich nach der Einführung ins Thema durch die ärztlichen Kollegen mit Gedanken zu machen, wie die geschilderte Doppelproblematik  therapeutisch angegangen werden kann.