Arbeitsfeld Wohnen

Sucht und Wohnungslosigkeit - Dr. Theo Wessel

Suchtentwicklungen werden als Ursache, Folge und Verstärkung von Wohninstabilität und Wohnungslosigkeit dargestellt, bis zu 70% der Wohnungslosen haben Suchtprobleme. Diese Probleme werden subjektiv drängender erlebt als Wohnungslosigkeit.

Auch sind die häufigsten Begleiterscheinungen von Substanzmissbrauch und -abhängigkeit im Zusammenhang mit psychiatrischen Störungen Wohninstabilität und Wohnungslosigkeit, die subjektiv erlebte Krankheitsbewältigung i.S. von Selbstmedikation ist hier zentrale Funktion des Suchtmittelgebrauchs. Abstinenz muss sich jetzt und künftig in Bezug auf eigene Lebensziele lohnen, z.B. die autonome Verfügung über eigenen Wohnraum.

Es muss eine Lebensperspektive geben, die für den Einzelnen auch in der gedanklichen Konkretisierung attraktiv ist. Relevant sind dabei vor allem sozial wahrnehmbare Veränderungen, ein veränderter Umgang mit Suchtmitteln ist also nicht Selbstzweck oder Voraussetzung für Lebensveränderungen sondern gegebenenfalls unerlässliche Begleitbedingung.

So stellt eine sichere und stabile Wohnsituation und die selbstbestimmte Teilhabe am Wohnungsmarkt einen zentralen Belohnungsaspekt im Zusammenhang mit dem CRA-Ansatz dar.

Eine Bank ist kein zu Hause - Britta Lohmann

»Eine Bank ist kein zu Hause« mit diesem Leitsatz, versuchen wir mit den Menschen die wohnungslos sind oder von Wohnungslosigkeit bedroht sind eine neue Perspektive zu entwickeln. Ein Baustein ist das dezentrale, stationäre Einzelwohnen. Es ist ein großer Wunsch der Betroffenen wieder einen Weg in das bürgerliche Leben zu finden, eigener Wohnraum ist dabei ein wichtiges Element, soziale Schwierigkeiten, häufig verursacht durch eine Suchterkrankung, machen einen Weg zurück schwierig.

Die Anmietung der Wohnung erfolgt durch den Träger und eine kontinuierliche Begleitung sollen den Weg ebenen, sind die gemeinsam vereinbarten Ziele erreicht, kann der Mensch die Wohnung übernehmen und in seinem Lebensraum bleiben.