Implementierung von CRA im Wohngruppenverbund

Referenten: Stefan Paulaeck und Evelyn Kranich

CRA- als methodische Option in der zieloffenen Suchtarbeit
Abstract von Stefan Paulaeck

Im Zuge der Entwicklung gemeindepsychiatrischer Unterstützungsleistungen sind neben der klassischen Trias aus Beratungsstelle, Klinik und Selbsthilfe auch in unserem Bundesland eine Vielzahl ambulanter Wohnangebote entstanden.

Mit ihrer anderen  Konfiguration aus Gehstruktur und personenzentrierter Ausrichtung  erreichen diese Hilfen zunehmend auch den Personenkreis der chronisch mehrfach beeinträchtigten Abhängigkeitskranken (CMA). Insbesondere in diesem Arbeitsfeld hat sich gezeigt, dass nur eine zieloffene Suchtarbeit in der Lage ist ihre Adressaten in ihrer Lebenswelt zu erreichen.

Unklar bleibt jedoch für viele Mitarbeiter betreuter Wohnangebote, wie dieser neue Ansatz praktisch umzusetzen ist- also mit welchem konkreten möglichst evidenzbasierten Verfahren gestufte Zieloptionen in der Arbeit mit Schwerstabhängigen erreicht werden können?

Der Workshop stellt zieloffene Arbeit mit CMA in einem Gemeindepsychiatrischen Leistungserbringerverbund vor und diskutiert die Frage der Implementierung von CRA in diesem Setting.

Implementierung von CRA im Wohnverbund und
weiteren Bereichen der psychosozialen Betreuung von ANKER

Abstract von Evelyn Kranich

Die Gemeinnützige GmbH ANKER Sozialarbeit begann 1993 mit dem Aufbau von Wohnangeboten für psychisch kranke und behinderte Menschen in der Region Schwerin. Im Laufe der Jahre zählen  immer mehr Menschen mit komorbiden Störungen zur Klientel  der betreuten Personen.

Die entstandenen Wohnformen des Wohnverbundes (Wohnanlage »ANKER«, Therapeutische Wohngruppen und Ambulant Betreutes Wohnen) richten sich nach dem jeweiligen Hilfebedarf der Klienten und Klientinnen. Wir arbeiten nach dem Grundsatz »Hilfe zur Selbsthilfe« mit dem personenzentrierten Betreuungsansatz.

Dem Wohnraum kommt als Lebensraum eine ganz besondere Bedeutung zu. Er bietet sowohl Schutz und Sicherheit als auch Regeneration, Rückzug und Geborgenheit. Er schafft die Möglichkeit der Kontaktfindung, der Ausgestaltung individueller Lebensräume und die Voraussetzung der Identifikation und deren Ausdruck.

Mit der Implementierung von Community Reinforcement Approach (CRA), dem »Prinzip Belohnung« in die Betreuungsarbeit des Wohnverbundes und eventuell auch für weitere Betreuungsangebote bei ANKER, wurde im November 2011 in Form eines Probelauf gestartet.

Es ergaben sich Fragen, wie

  • Für welche Bereiche macht  CRA Sinn?
  • Welche Instrumente von CRA können übernommen werden?
  • Wer übernimmt die Koordination?
  • Wie wirkt sich CRA auf die Arbeitsabläufe der Mitarbeiter aus?
  • Welche Netzwerke können wir nutzen bzw. neu aufbauen?
  • Welche Schwierigkeiten ergaben sich für die Mitarbeiter in der Anwendung von CRA?
  • Wie viel Klienten wurden befragt?
  •  Auswirkung von Schnittstellen  in der Zusammenarbeit des Netzwerkes?
  • Wie sieht das Ergebnis und die Perspektive des “ Prinzip Belohnung” für die Betreuungsarbeit bei ANKER aus?