CRA für Fortgeschrittene: Der Umgang mit Rückfällen

Referent: Dr. med. Martin Reker

Der „Community Reinforcement Approach“ stellt in den Mittelpunkt seines Vorgehens die Idee, über Verstärker gerade aus dem psychosozialen Bereich eine Motivation aufzubauen, den problematischen Suchtmittelkonsum zu verändern. Der Maßstab für die Wirksamkeit des erarbeiteten Verstärkers bleibt die Attraktivität des Suchtmittels in der potentiellen Rückfallsituation. Um die Attraktivität und Funktionalität eines bestimmten Suchtmittels für einen bestimmten Patienten richtig einschätzen zu können, muss der Therapeut eine sorgfältige Verhaltensanalyse der Rückfallsituation durchführen.

Johannes Lindenmeyer (Berlin) hat in seinem Vortrag auf dem 1. Kongress für gemeindeorientierte Suchttherapie 2011 in Bethel zu Recht darauf hingewiesen, dass es oft sehr schwer ist, vom Patienten ehrliche und authentische Informationen zum Rückfall zu erhalten. Oft orientiert sich die Darstellung des Patienten an der Erwartungshaltung des Gegenübers. Insbesondere Aspekte des Rückfalles, die scham- und schuldhaft belastet sind, werden vom Patienten gerne gemieden. Dazu gehören u.a. sehr bewusst geplante Rückfälle, sehr lustbesetzte Rückfälle oder bewusst auf Enthemmung ausgelegte Konsumsituationen.

Im vorliegenden Workshop für Fortgeschrittene sollen Strategien der Konsumanalyse noch einmal theoretisch reflektiert und im Hinblick auf die o.g. besonders schwierigen Konstellationen  kritisch diskutiert, erörtert und im Rollenspiel erprobt werden. Zudem soll systematisch erarbeitet werden, wofür die Konsumanalyse im weiteren Behandlungsverlauf genutzt werden kann und welche strukturellen Voraussetzungen für eine erfolgreiche Rückfallprophylaxe geschaffen werden müssen.