CRA-Kongress 2015 - Vortrag Carl-Ernst von Schönfeld

»Was brauchen suchtkranke Straftäter nach Haftentlassung, um abstinent (weiter-) leben zu können?« 

Die Mehrheit inhaftierter Männer und Frauen ist seelisch krank. Meist kommen zu einer Suchtproblematik noch weitere psychiatrische Störungen wie Persönlichkeitsstörungen, Posttraumatische Belastungsstörungen oder affektive Erkrankungen hinzu. Das Selbstbewusstsein ist oft brüchig (geworden) und realistische Vorstellungen von der Zeit nach der Haftentlassung sind rar.

Die Halbwertzeit guter Vorsätze ist kurz und die Liste drängender Anforderungen lang. Meist gibt es keine Wohnung mehr, keine Freunde, keinen Job, zugleich aber große Wünsche und Bedürftigkeiten. Die Rückfallraten in Sucht und Kriminalität sind in der ersten Zeit nach der Haftentlassung am höchsten. Es gibt aber Möglichkeiten, die Risiken zu senken und heilsame Erfahrungen zu fördern.

Der Vortrag geht der Frage nach, welche allgemeinen und störungs- bzw. deliktspezifischen Hilfen notwendig und möglich sind, um die Chancen zu verbessern, ein erfülltes Leben ohne Suchtrückfälle, ohne neue Opfer und ohne neue Inhaftierungen führen zu können.

Unter anderem mit dem Netzwerk sozialer Strafrechtspflege und einem Modellprojekt der psychiatrischen Haftnachsorge gibt es in Bielefeld besonders vielversprechende Ansätze, um die Chancen entlassener Straftäter nach der Haft tatsächlich zu verbessern.

Dr. med. Carl- Ernst von Schönfeld
Forensische Fachambulanz Bethel

Gadderbaumerstr. 31
33602 Bielefeld

Telefon: 05 21 - 77 27 87 40
E-Mail: Dr. med. Carl- Ernst von Schönfeld