Workshop 2015 - Selbst- und Fremdverantwortung

»Selbst- und Fremdverantwortung im CRA-Konzept«

Arbeit mit suchtkranken Menschen bedeutet häufig, von den Klienten keinen klaren Auftrag zu haben oder nur wechselhafte Mitwirkung zu erlangen. Das deutsche Sozialstaatsprinzip möchte Daseinsfürsorge und Anspruch auf Teilhabe auch dort sichern, wo Alkohol- und Drogenkonsum zur obersten Priorität geworden sind. Wer in diesem Spannungsfeld arbeitet, benötigt eine klare Orientierung, wo Eigenverantwortung aufhört und Fremdverantwortung anfängt.

Der Transfer des amerikanischen Community Reinforcement Approaches in das deutsche gemeindeorientierte Suchthilfesystem möchte Menschen mit Suchtproblemen für Veränderung des Substanzkonsums gewinnen, indem sinnstiftende Lebensoptionen neuformuliert und wiederentdeckt werden. Die Professionellen übernehmen in diesem Modell mehr Verantwortung, als es im traditionellen Hilfemodell oft üblich war. Der Helfer wird Träger der Hoffnung auf die Möglichkeit von Veränderung und reiht sich damit ein in die „Recovery Philosophie“, die in der Arbeit mit psychisch Kranken in den letzten Jahren so viele neue Impulse gesetzt hat.

Im Workshop sollen in einem Impulsreferat wichtige Grundannahmen zum „Prinzip Verantwortung“ im Sinne von Hans Jonas vorgestellt werden. Gleichzeitig soll für Verantwortungsgemeinschaften in regionalen Netzwerken geworben werden, über die die notwendigen Kräfte für den Veränderungsprozess mobilisiert werden können. An Fallbeispielen soll diskutiert werden, wie die Verantwortungsverteilung im Alltag gestaltet werden kann.

Dr. med. Martin Reker
Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie Bethel,
Abt. für Abhängigkeitserkrankungen

Remterweg 69/71
33617 Bielefeld

Telefon: 05 21 - 77 27 86 51
E-Mail: Dr. med. Martin Reker