Nachbetrachtung: 6. CRA-Kongress 2016 in Viersen

Liebe Kolleginnen und Kollegen,

den diesjährigen Kongress haben wir unter das Motto gestellt: Handlungskompetenz. Von der Schule bis zum Arbeitsplatz. Als Veranstaltungsort haben wir die LVR Klinik in Viersen gewinnen können, wo über das regionale netzwerkbezogene Qualitätsmanagement NBQM in den letzten Jahren wichtige Voraussetzungen geschaffen wurden, um den Community Reinforcement Aproach in der Region für Suchtkranke nutzbar zu machen.

Dr. Ralph Marggraf als Ärztlicher Direktor der LVR Klinik in Viersen war in den letzten Jahren der wesentliche Motor bei der Einführung des CRA Konzeptes in seiner Psychiatrischen Klinik. Ihm und seinen KollegInnen war es ein großes Anliegen, die Themen Arbeit und Sucht in den Mittelpunkt der Tagung zu stellen, weil eine sinnstiftende Beschäftigung sich für Suchtkranke als dermaßen wichtig erwiesen hat. Die Vorträge der 1. Kongresstages beleuchten dieses Thema von verschiedenen Seiten.

Am 2. Veranstaltungstag stand das Thema Adoleszenten und Sucht im Vordergrund. Frau Dr. Hahn als Chefärztin der Viersener Kinder- und Jugendpsychiatrie hat ihre Erfahrungen zum Adolescent-CRA (ACRA) zur Diskussion gestellt. Es folgten Beiträge über Adipositas und Hilfen für suchtkranke Eltern sowie ein Überblick über internetgestützte Therapieangebote im Suchtbereich, die gerade für jüngere Patienten einen besonderen Reiz haben dürften.

Die Workshops mussten leider von 11 auf 6 Workshops reduziert werden, wobei gerade die Vorstellung regionaler Unterstützungsangebote von den angemeldeten Teilnehmern nicht in dem Umfang gewählt wurden, wie wir uns das gewünscht und wie die Projekte es verdient hätten.

Der inhaltliche Teil der Tagung wurde eingerahmt von einem eindrucksvollen Spaziergang durch das Gelände der LVR Klinik in Viersen mit einer Einführung in die nationalsoziaistische Geschichte der Klinik. Andreas Kinast stellte sein berührendes und gut recherchiertes Buch vor zum Umgang mit Kindern im Rahmen der sog. »Euthanasie«.

Letztlich hatten zusammen mit den Referenten knapp 100 TeilnehmerInnen den Weg nach Viersen gefunden, die die gute Vorbereitung und die Gastfreundschaft der Viersener KollegInnen sehr zu schätzen wussten. Ralph Erdenberger, sonst im WDR 5 zu hören, leitete kompetent und unterhaltsam durch das Tagungsprogramm.

Wir bedanken uns noch einmal ausdrücklich beim gesamten Viersener Vorbereitungsteam und bei den Kongressteilnehmern aus Nah und Fern, die die Tagung mit ihrer Anwesenheit bereichert haben.

Wir treffen uns wieder vom 29. bis zum 31. März 2017 in Bethel.

Mit herzlichem Gruß!
Dr. Martin Reker

Dr. Martin Reker