Vortrag: 09.45 Uhr | Martin Reker (Bielefeld)


„Zuverlässigkeit als Grundlage institutioneller Suchtarbeit: Wie reglementiert man die Verfügbarkeit therapeutischer Hilfeangebote für unsere Patienten?“

Kontaktaufnahme und Kontinuität in der Beziehungsgestaltung mit suchtkranken Patienten sind ohne Frage die wichtigsten Grundlagen langfristiger Zusammenarbeit mit chronisch suchtkranken Patienten. Das gilt in besonderer Weise für Kliniken mit Pflichtversorgungsauftrag, die die chronisch suchtkranken Patienten einer Region oft über Jahre begleiten. Die Nagelprobe für die angesprochenen Beziehungsaspekte sind die Aufnahmeschwellen für Suchtkranke im Erstkontakt sowie in Krisen- und Rückfallsituationen.

Suchtkranke und soziales Umfeld präsentieren sich der Klinik oft als Notfall mit hoher Dringlichkeit. Die Kliniken ihrerseits müssen Verfügbarkeit von Behandlungsplätzen und Nachfrage gut aufeinander abstimmen, um handlungsfähig zu bleiben. Zudem wollen sie in wirklichen Notfällen hilfreich sein, in anderen Situationen aber die Verantwortungsübernahme für die Konsumsituation nicht zu früh dem Betroffenen abnehmen, schon gar nicht, wenn er/sie gerade erst entlassen worden ist.  Pädagogische Prinzipien von Belohnung und Bestrafung für erwünschtes und unerwünschtes Verhalten gewinnen hier schnell die Oberhand.

Der Vortrag unternimmt den Versuch, die Sachzwänge klinischer Suchtarbeit in Übereinstimmung zu bringen mit den einer humanen, therapeutischen Prinzipien folgenden Aufnahmepolitik im Dienste der betroffenen Patienten.

Der Vortrag als PDF zum downloaden:

Reker_CRA-Tagung-2017_Folien.pdf

Dr. med. Martin Reker
Leitender Arzt - Abt. f. Abhängigkleitserkrankungen
Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie Bethel

Remterweg 69/71
33617 Bielefeld

Tel.: 05 21 – 772-786 51
E-Mail an Martin Reker