Workshop: CRA in der Jugendhilfe

Referenten: Anke Simon und Tim Emmrich

Suchtkranke Kinder- und Jugendliche haben erst sehr spät einen Platz in der Kinder- und Jugendpsychiatrie (KJP) gefunden. Inzwischen haben die meisten KJP-Kliniken mit Pflichtversorgungsauftrag einen eigenen Suchtbereich. Die Entgiftung und Vermittlung in Entwöhnung stand anfangs sehr im Vordergrund. Inzwischen gibt es eine größere Offenheit auch für die vielen Kinder- und Jugendlichen, die hoch ambivalent oder sogar unmotiviert sind. Gerade das HALT-Projekt für "Komatrinker" hat Zugang verschafft zu einer Personengruppe, die vorher wenig erreicht wurde.

Im Gegensatz zu manchen sehr aufwendigen Projekten für Suchtkranke Kinder- und Jugendliche wie das MDFT, das auf dem letzten CRA Kongress in Schwerin vorgestellt wurde, lässt sich CRA bzw. ACRA  niederschwelliger und stufenweise in den Versorgungsalltag der KJP implementieren.

In der Arbeit mit einer jugendlichen Klientel müssen die Handwerkszeuge des CRA an die Patienten angepasst werden, z.B. aufgrund der unterschiedlichen Ziele, und damit verbundenen positiven Verstärker der Jugendlichen im Gegensatz zu Erwachsenen, wie Schulabschluss, Wohnplatz oder das generelle Verhältnis zu den Eltern. Auf der Qualifizierten Entzugsstation der Kinder- und Jugendpsychiatrie des LVR-Viersen wird bereits mit CRA gearbeitet und die einzelnen Handwerkszeuge in den Alltag integriert. Grundsätzlich ist es schwieriger bei Jugendlichen eine Behandlungseinsicht zu erzielen, da sich junge Patienten oft fremdmotiviert in die Qualifizierte Entzugsbehandlung begeben und die Eigenmotivation erst gefunden werden muss.

Im Anschluss berichtet Tim Emmrich, ausgebildeter CRA-Counseler und kinder- und jugendpsychiatrischer Oberarzt in einer Kinderklinik in Bielefeld, was Adolescent-CRA  (ACRA) für den Versorgungsalltag bedeuten kann.