Workshop: Sucht und Justiz

Übergänge vor und nach der Haft als Chance zur Veränderung für suchtkranke Straftäter

Referenten:

Markus Weinandt - Gießen
Elektronische Fußfessel in der Bewährungshilfe: Kontrolle als Chance. Unterlagen herunterladen >>

Rudolf Baum - Wuppertal
Übergangsmanagement aus der Haft als Kooperationsaufgabe für Justiz und Suchthilfe. Unterlagen herunterladen >>

Suchtkranke Straftäter gehören nicht unbedingt zu den einfachsten Klienten der Suchthilfe. Wer erfolgreich mit suchtkranken Straftätern arbeiten möchte, braucht sicher auch ein Gespür für den richtigen Moment. Zudem zeigt die Erfahrung, dass neben Empathie und therapeutischem Engagement auch ein gewisses Maß an Kontrolle erforderlich ist, um in der Arbeit Klarheit und Verbindlichkeit herzustellen. 

Eine besondere Herausforderung im Umgang mit Suchtkranken Straftätern  ist der Übergang von der Haft in die Freiheit. Rudolf Baum, Leiter des Fachbereichs Sozialarbeit / Sozialpädagogik bei der Justizvollzugsschule Wuppertal (der Fachbereich berät das Justizministerium des Landes NRW bei der Fachaufsicht über die Sozialdienste in den JVA’en), wird in seinem Beitrag den Status quo des Übergangsmanagement für Suchtkranke Straftäter in NRW darstellen und Möglichkeiten der Zusammenarbeit zwischen Justiz und Suchthilfe erläutern.  

Im Anschluss wird Markus Weinandt, Fachbereichsleiter und Bewährungshelfer am Landgericht in Gießen, über die "Elektronische Fußfessel"  (EFF)  in Hessen berichten, die im Rahmen einer Bewährungsweisung  aber auch zur U-Haftvermeidung angewendet wird.

Die Unterschiedlichen Zielsetzungen im Vergleich zur  "Elektronischen Aufenthaltsüberwachung"  (EAÜ) im Rahmen der Führungsaufsicht,  die seit dem 01.01.2012 gegeben ist und die eine ständige und lückenlose Überwachung gefährlicher Straftäter ermöglicht, werden dargestellt. 

Die EFF stößt in NRW und anderen Bundesländern weiterhin auf viel Skepsis.  

Die anschließende Diskussion soll ausloten, welche Entwicklungsmöglichkeiten und Handlungsoptionen auf dem Hintergrund der CRA-Philosophie für suchtkranke Straftäter in diesen Konstellationen entstehen können, um ein Leben ohne oder mit weniger Rauschmitteln attraktiver erscheinen zu lassen als das Leben im Rausch und mit suchtmittelinduzierten Straftaten.