Workshop: Sucht und Wohnen

Säufst du noch oder wohnst du schon?  

Referent: Joachim Jösch

Viele, gar die meisten der von der Wohnungslosenhilfe betreuten Menschen sind abhängigkeitskrank und/oder psychisch krank. Ihnen droht die materielle, geistige und körperliche Verelendung. Abhängigkeitskranke. Wohnungslose haben aufgrund ihrer Suchterkrankung kaum eine Chance, ihr Recht auf gesellschaftliche Teilhabe zu verwirklichen. Eine eigene Wohnung, selbstbestimmtes Wohnen gehören zu den erstrebenswertesten Zielen dieser Menschen für ein gutes, gesundes Leben.

Im Fachkrankenhaus Vielbach wurden seit 1977 mehr als 4000 abhängigkeitskranke Patienten ohne Wohnung behandelt. Hier wird kein Patient nach regulärem Behandlungsende in die Wohnungslosigkeit entlassen. Der Klinik-Slogan "… viel mehr als Therapie" und die Aussicht auf eine eigene Wohnung lassen es vielen Betroffenen lohnenswert erscheinen, erstmals eine medizinische Rehabilitation ihrer Suchterkrankung zu wagen.

Der Anreiz Wohnung, intensive medizinische und soziale Hilfen sowie die Integration verschiedener Tiere und vielfältiger naturgestützter Therapieelemente in die Behandlung erleichtern den mehrfach beeinträchtigten Patienten einen erfolgreichen Therapieabschluss.

Danach unterstützt die Ambulante Integrationshilfe der Klinik im Rahmen der Eingliederungshilfe viele von ihnen dabei, wieder in der Gesellschaft Fuß zu fassen. In eigener Wohnung werden sie in allen relevanten Belangen unterstützt. Und bis zum Antritt einer sozialversicherungspflichtigen Arbeit unterstützen sinnstiftende Arbeits- und Beschäftigungsprojekte Kommunikation und Solidarität mit anderen Betroffenen und  somit Zufriedenheit und Abstinenz.

In dem Vortrag geht es neben CRA vor, in und nach einer stationären medizinischen Sucht-Rehabilitation um Ursachen der Wohnungslosigkeit, Thesen zur Teilhabe von suchtkranken Menschen ohne Wohnung, Housing First sowie die Möglichkeiten eines persönlichen Budgets im Rahmen der Eingliederungshilfe für ehemals Wohnungslose.

Fachartikel von Herrn Joachim Jösch zum Thema: