Arbeitsfeld Führerschein

Im Rahmen der Abstinenzsicherung stellt der Führerscheinverlust mit den sich anschließenden Bemühungen um die Wiedererlangung des Führerscheins einen großen Motivator für die Klienten oder Patienten im Rahmen der Suchttherapie dar. Die Anstrengungsbereitschaft ist oft hoch, da Arbeit und die Aufrechterhaltung sozialer Kontakte insbesondere in ländlichen Gebieten an das Führen eines Kraftfahrzeuges gebunden sind.

Auch wenn die Fremdmotivation hoch ist und die Auftraggeber oft Gerichte oder Führerscheinstellen sind, schaffen es viele, in der Zeit bis zur Wiedererlangung des Führerscheins abstinent zu bleiben. Das Verfahren und die MPU sind jedoch rechtlich eng gefasst und geben aus suchttherapeutischer Sicht nur begrenzten Spielraum. Eine enge Kooperation der Begutachtungsstellen, entsprechenden Selbsthilfegruppen oder auch geeigneten Kursanbietern zur MPU-Vorbereitung sollten als Ressourcen und Verstärker für die Therapieziele in den suchttherapeutischen Einrichtungen genutzt werden.

In diesem Seminar werden die Chancen und Probleme der Kooperation unter besonderer Berücksichtigung des CRA dargestellt. Ein weiterer Schwerpunkt wird die Darstellung der Voraussetzungen für die Wiedererlangung des Führerscheins und die Rahmenbedingungen der MPU aus gutachterlicher Sicht erläutert. Gerade an die so genannten »Abstinenzbelege« werden inzwischen in der MPU durch die 2. Auflage der Beurteilungskriterien strenge Anforderungen gestellt (CTU-Kriterien).

Für die Betroffenen ist daher eine frühzeitige Informationsvermittung hilfreich, damit bereits die Zeit während der Therapie sinnvoll und ohne unnötige Zeitverluste genutzt werden kann. Es gibt erste und gute Modelle für eine intensivierte Zusammenarbeit in Deutschland. Das Symposion soll dazu anregen, solche Best Practice - Modelle auf eine Umsetzbarkeit in der eigenen Region und dem eigenen Setting zu überprüfen. Beiträge und Ideen der Teilnehmer sind willkommen. Wir freuen uns auf eine fruchtbare Diskussion.